Navigation

Login

Bilder-Vorschau

Zählwerk

Besucher seit Mai 2000
30293
Heute4
Monat333
1985-2010, 25 Jahre Jgz. Enzian
Königsjahre

1992...
helle Aufregung in unseren Reihen, es muss eine Laune der Natur oder zuviel Gerstensaft in der Nacht gewesen sein. An einem Dienstag im Jahre 1992 genau gesagt am 08.09.1992 saß ein zitterndes Wacholder schluckendes Häufchen am Tisch unseres damaligen Zuglokals und sprach den ganzen Morgen kaum ein Wort, Uwe hatte irgendwann in der Nacht von Montag auf Dienstag Schützenpräsident A. Heidemanns im Zelt aufgesucht und für den Vogelschuß gemeldet. Wie so vieles in den ersten Jahren haben wir diese Bürde nicht wirklich Ernst genommen und auf dem Weg zur Vogelstange war große Belustigung in unseren Reihen. Nur die Schweigsamkeit von Uns Uwe hielt sich seit dem Frühschoppen hartnäckig, man sah die Räder in seinem Denkapparat förmlich rotieren. Leider wissen wir heute das er damals besser Lustig gewesen wäre. Vielleicht hätte es dann geklappt.

1994...
Aber dann, 1993 der Bub war erwachsen. Zum ersten Mal mit unserer goldig glänzenden Zugsau, von Theo aus Messing geschnitzt. Und die kommt am Dienstag den 07.09.1993 gegen 16Uhr auch gleich in die Zeitung. Abends hatte Jörg nicht nur unsere Sau zu tragen, auch das Königssilber glänzte auf seiner Brust. Auch hier wieder eine kurzfristige Entscheidung, das mit dem überlegten Handeln war damals wie heute nicht unbedingt unser Ding. Irgendwann Montagnacht kam Jörg zum Tisch zurück und frohlockte: "Dann schiessen wir morgen mal wieder" Und tatsächlich gewann Harakiri-Jörg. Keiner hatte an die Pflichten eines Königszugs gedacht und so kam es das der halbe Enzian schnell einen kleinen Abstecher nach Neuss machen musste. Mal eben zwischen Vogelschuß und letzter Königsparade. In Uniform bei Sinn hörten alle auf die Wünsche seiner Majestät und deren Begleitung. Das Glehner Tambourcorps stellte sich gerade zur Parade auf als wir per Taxi wieder eintrafen. König Jörg mit seinen Ministern Uwe und Günter kletterten von hinten auf die Tribüne und nahmen ihre Plätze ein, während Theo im Laufschritt durch das Regiment die Enzianer zur Königsparade suchte. Dieses vierköpfige Überfallkommando war zwei Jahre später der stolze Rest einer Untergegangenen Ära. Die Dienstagsparade 1993 startete vielleicht noch ohne uns, aber 1994 stand voll im Namen Enzian. An dieser Stelle sei nur an den Frühschoppen mit allen Gästen in der Residenz erinnert, oder an den Brechreiz eines unserer Gäste nach der Kranzniederlegung. Rührig war auch der Abschied in der Nacht des 06.09.1994. Unser damaliger Gast Hans-Josef blies uns einen.

2000...
Mit diesen Erfahrungen ging man in das Jahr 1999 und es geschah folgendes: Nach dem Maiensetzen am Samstag hatten wir Dank Feigling Uns Uwe mal wieder so weit. Schnell war ein Vertrag auf Bierdeckel gekritzelt, Uwe will an die Vogelstange und seine damalige wusste nix von Ihrem Glück. Aber plötzlich bekam Uwe einen Widersacher aus den eigenen Reihen, nur... der Widersacher wusste nix von seinem Glück.
Sonntagabend wurde Angelika plötzlich unberechenbar. Mit Engelszungen versuchte sie Ihrem Mann die Königswürde schmackhaft zu machen. Theo wurde mit jedem neuen Versuch von Angelika stiller und machte sich zunehmend kleiner am Tisch. Noch ließ Günter sich nicht beeinflussen. Schließlich hatte Uwe am Samstag einen Vertrag unterschrieben und hatte nur noch das Problem es seiner Frau klar zu machen. Montagabend verging nur kurze Zeit bis Angelika die Versuche wieder aufnahm Ihren Günter zum König zu reden. Aus den Augenwinkeln immer ein belustigter Blick Richtung Theo. Der aber schien an diesem Abend schmerzfrei zu sein, und stieß zur Verwunderung aller in dasselbe Horn wie Angelika. Und endlich, nach ewigen Überlegungen über Aktienstände, Residenzbau und sonstigen Nebensächlichkeiten kam der erlösende Spruch über Günters Lippen: "Hol mal alle an den Tisch, es gibt was zu bereden."Wie immer waren wir in alle Winde verstreut, so das die Zusammenkunft einige Zeit in Anspruch nahm. Während verschiedene Zugmitglieder noch gesucht werden mußten, klärte Günter schon mal die Ministerfrage. Schnell waren hier Wilfried und Theo bereit ihrem König zur Seite zu stehen. Als endlich alle am Tisch waren nahm die Sache für kurze Zeit eine überraschende Wende. Uwe war wohl mit seiner Frau in der Sektbar und überzeugte sie von der Richtigkeit seines Königsvertrages. Damit waren plötzlich zwei Enzianer bereit für die Königsehre. Nachdem Günter die Blitzidee von Uwe, das doch beide sich melden sollten, verneinte, war schnell geklärt das Günter sich auf den Weg zum Präsidenten macht. Alle konnten natürlich auch Uwe verstehen der leicht betrübt am Tisch hockte. Der Besuch auf der Tribüne beim Präsident blieb natürlich nicht unbemerkt. König und Minister wurden in den wildesten Zusammenstellungen vom Zeltpublikum durcheinander gewürfelt. Nach dieser folgenschweren Entscheidung wurde der Abend am Tisch natürlich gebührend gefeiert. An den Heimweg kann sich an diesem Abend kaum jemand erinnern.Dienstagmorgen trudelte einer nach dem anderen bei Theo zum Frühstück ein. Statt Essen, Trinken und Feigling war eher dösen angesagt. Irgendwie lag eine gewisse Spannung in der Luft. Am frühen Nachmittag machten wir uns auf den Weg zur Vogelstange. Mit einer gewissen Routine, schließlich standen wir zum dritten Mal da, konnte uns die Anspannung nicht so vom Hocker reißen wie das Altbier der Feuerwehr.
Günter ließ den ganzen Zug je einmal Schießen, bevor er sich Selbst die Ehre gab. Irgendwie schien er auf die Ankunft unserer Frauen zu warten. Aus unerklärlichen Gründen hatten sie sich verspätet, was unseren Günter sichtlich nervös machte. Endlich konnte Theo die Köpfe sehen und meldete gehorsam Vollzug. Das war der Moment als Günter aufdrehte, und den beiden anderen Königsbewerbern ihre Chancenlosigkeit aufzeigte. Beim ersten Schuß unter Frauenaufsicht fiel sofort der linke Flügel und das, obwohl der Schütze behauptete das er nichts sieht. Von da an dauerte es nicht mehr lange bis Günter seine Angelika, wie 1995 versprochen,  mit dem 56. Schuß zur Königin von Glehn machte. Theo, der schon Montagnacht im Zelt, Wilfried diesen krönenden Abschluß prophezeit hatte, war schneller bei seinem König als der Vogel am Boden.
Der ganze Zug schien seine Majestät vor Freude zu erdrücken. Nach dem nicht enden wollenden Händeschütteln stellte sich der Jägerzug Enzian nach fünf langen Jahren der Entbehrung als Königszug wieder direkt hinter dem Jägermajor auf.

Demnächst mehr über die Vergangenheit der Enzianer hier in diesem Kino.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 11. Dezember 2010 um 21:43 Uhr